Ich öffne die Tür, lege meine Sachen auf die Bank und setz mich hin. Ich hole tief Luft, ziehe meine Jacke aus und sehe mich um. Mädchen und Jungen, aus meiner Klasse, stehen dort und unterhalten sich. Die Tür öffnet sich und nach und nach füllt sich der Raum. Manche schreien, lachen oder stehen einfach nur dort. Ich sitze alleine auf meinem Stuhl, schlage die Beine übereinander und krame mein Handy aus meiner Tasche. Ich schaue auf mein Display 'um 8 uhr treffen?' Wieso will er sich mit mir treffen? Ich überlege nur kurz, schreibe dann zurück. Es klingelt, alle gehen auf ihren Platz.
Immer wieder schaue ich nervös auf die Uhr. Dann, um 8 Uhr, hebe ich meine Arm 'darf ich kurz auf Toilette?' - 'jaja, geh nur.', antwortet meine Lehrerin.
Ich renne durch den dunklen, leeren Raum und komme anschließend an unseren Treffpunkt an. Er umarmt mich schnell, dann setze ich mich zu ihn auf die Treppe. 'was ist los?', frage ich nervös. Er schaut nach unten und holt Luft. 'meine mutter wird sterben..' Geschockt starre ich ihn an, er nimmt mich in den Arm und drückt mich fest an sich. 'oo, das tut mir leid. oh nein..' - 'schon ok, ist ja nicht deine schuld oder so.', erwidert er mit einer zerbrechlichen Stimme. Er tut mir unendlich Leid, ich verstehe wie schmerzhaft das ist, wenn man jemand wichtiges verliert. Wie schmerzhaft muss das für ihn sein, wenn er bereits seinen kleinen Bruder verloren hatß 'hey ähm, also falls du jetzt Hilfe oder Unterstützung brauchst, ich bin für dich da, ehrlich.' sage ich. Ich versuche stark zu bleiben und nicht zu weinen, wieso auch immer. 'danke.' er schaut mich mit seinen braunen, nassen Augen an, löst sich von mir und geht davon.
Ich schaue ins Leere und frage mich, wie viel schmerz ein Mensch ertragen kann.

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